Seismische Messung bei sensiblen Gebäuden
Der Schutz von Mensch und Natur hat bei der Genehmigung von seismischen Untersuchungen höchste Priorität.

Bei der Planung von seismischen Messlinien wird vor Ort die Sicherheit von sensibler Infrastruktur (z.B. Brücken), unterirdischen Leitungen, Schutzgebieten (Wasser, Natur…) und denkmalgeschützten Gebäuden geprüft und berücksichtigt - generell und auch in der Pilotregion Münsterland.

Während der seismischen Messungen schickt ein Konvoi von fünf Vibrationsfahrzeugen schwache, künstlich erzeugte Vibrationen (Schallwellen) in den Untergrund. Die Vibroseismik ist minimal invasiv und wurde eigens dafür entwickelt, möglichst schonend die geologischen Strukturen in der Tiefe zu erforschen. Sollten eventuell Schäden entstehen (z. B. leichte Flurschäden), werden diese geprüft und ausgeglichen.

Die Frequenz der Vibrationen, welche die fünf Vibrationsfahrzeuge gleichzeitig erzeugen, liegt im zwei- bis dreistelligen Hertz-Bereich. Die Messung an einem Messpunkt dauert oft nur wenige Sekunden. So wird gewährleistet, dass die Belastung durch Vibrationen und Lärm so gering wie möglich bleibt. Grundlage dafür ist die DIN 4150 (Erschütterungen im Bauwesen, Teil 3: Einwirkungen auf bauliche Anlagen). Sie legt verbindlich fest, wie hoch Erschütterungseinwirkungen auf Bauwerke sein dürfen und wie sie zu messen und zu beurteilen sind.

Im dicht besiedelten Stadtgebiet von Münster waren die Mitarbeiter:innen der mit den Messungen beauftragten Firma DMT vor besondere Herausforderungen gestellt. Mit Bodenschwingmessungen wurde sichergestellt, dass die Vibrationen in keinem Moment so stark waren, dass sie für Gebäude kritische Grenzwerte erreicht hätten.

Um Fauna und Flora zu schonen, fanden die Messungen in der vegetationsarmen Phase von Oktober bis Dezember und damit auch außerhalb der Brut- und Setzzeit von Vögeln und Wildtieren statt.