Streckenverlauf in der Nacht vom 16. auf den 17. November
Geschrieben von kj am Di., 16.11.2021 - 15:59
Im dichtbesiedelten Münsteraner Stadtgebiet können die Messfahrzeuge oftmals nur mit reduzierter Kraft Vibrationen aussenden. Um dennoch qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen, müssen sie daher länger an einem Messpunkt verweilen. Dies führt zu Verzögerungen im Ablauf. Aus diesem Grund wurde jetzt auch der Messverlauf angepasst.

Bis in 6.000 Meter Tiefe sollen die Schallwellen der Vibro-Trucks durchdringen, um nach der Datenanalyse auch die tiefen Bodenschichten gut abbilden zu können. Dafür müssen die ausgesandten Signale auch stark genug sein. Gleichzeitig gilt es, die Bodenschwingungen an der Oberfläche so zu regulieren, dass keinerlei Risiken für Gebäude bestehen.

„Unsere Techniker führen deshalb fortlaufend Bodenschwingmessungen durch“, erklärt Olaf Brenner von der Firma DMT, die die Messungen durchführt. „Sobald wir in die Nähe möglicherweise kritischer Erschütterungswerte für Gebäude kommen, reduzieren wir die Intensität. Dann müssen wir allerdings länger an einem Messpunkt vibrieren, denn wir wollen ja trotzdem hochwertige Daten erzeugen.“ Eine Vibration mit halber Kraft müsse dann doppelt so lange dauern, aber man wolle lieber auf Nummer Sicher gehen.

Somit können in einer Messnacht im dicht besiedelten Zentrum von Münster weniger Messpunkte abgearbeitet werden als ursprünglich beabsichtigt, was den Ablauf verzögert. Geplant ist nun, zunächst an allen Punkten im Münsteraner Stadtgebiet zu messen und erst dann in den Landkreisen Warendorf und Coesfeld, wo die Messstrecke weitgehend außerhalb der Ortschaften verläuft.

„Wir bitten die Anwohnerinnen und Anwohner um Verständnis für die nächtliche Ruhestörung“, sagt Projektleiter Ingo Schäfer vom Geologischen Dienst NRW (GD NRW). „Gerade in den städtischen Straßenschluchten kann sich der Lärm hochschaukeln und wirkt bei Nacht massiver, weil weniger andere Geräusche vorhanden sind. Auch können teils bis in die Wohnungen Vibrationen spürbar sein. Um jegliche Schäden auszuschließen, überwacht der Messtrupp die Erschütterungen permanent.“ Hinter den Unannehmlichkeiten während der Messzeit stehe das Ziel, die Region dauerhaft mit klimafreundlicher Wärme aus der Tiefe zu versorgen.

In der kommenden Nacht (16./17. November) werden die Vibro-Trucks an der Mecklenbecker Straße südlich der Ecke Echelmeyerstraße starten. Über Meckmannweg, Weseler Straße, An der Hansalinie und wiederum Weseler Straße geht es bis zur Ecke Welsingheide.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (17./18. November) wird die Messung dann zunächst auf der zweiten Produktionslinie fortgesetzt und die Vibro-Trucks starten auf Höhe der A1 bei Münster-Gievenbeck. Von dort aus geht es wieder durch das Zentrum von Münster in südöstlicher Richtung bis Sendenhorst. Der GD NRW und DMT rechnen damit, dass Anfang nächster Woche der Kreis Warendorf erreicht wird.

Die exakte Streckenführung der jeweils kommenden Nacht wird am Tag vor der Messung auf der Projektwebseite www.seismik-muensterland.nrw bereitgestellt.

Weitere Informationen gibt es auf Instagram (seismikmuensterland), Twitter (@seismikM) und Facebook (Seismik-Münsterland).

Quelle

GD NRW